Experteninterview über die Allergiepflanze Ambrosia

Die Ambrosiapflanze gilt als besonders gefährliche Allergiepflanzen, weil sie besonders viele Pollen mit großem allergischen Potenzial besitzt. Sie wächst unscheinbar an Wegesrändern, Wiesen, Gärten und Straßen und Wir haben mit dem Geobotaniker und Umweltplaner Johannes Mazomeit über die Pflanze gesprochen, die unscheinbar an Wegesrändern, Straßen, auf Wiesen und in unseren Gärten wächst. 

1) Seit wann breitet sich die Ambrosia in Deutschland aus?

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) wurde  erstmals im letzten Viertel des 19. Jahrhundert nach Mitteleuropa eingeschleppt. Fast ein Jahrhundert gab es bei uns nur wenige etablierte Bestände im Bereich einiger weniger Städte. Erst in den letzten 25 Jahren lässt sich eine zunehmende Ausbreitung in Deutschland beobachten. Während es in den östlichen Bundesländern auch größere Bestände auch Ackerflächen gibt, fand die Ausbreitung in Südwestdeutschland vor allem längs des Straßennetzes statt.

2. Wird etwas gegen die weitere Ausbreitung von Ambrosia getan?

Die Ambrosia wird nicht zuletzt als Unkrautsamen in Vogel- und Saatgutmischungen verbreitet. Da man inzwischen von dieser Problematik weiß, gibt es inzwischen zertifiziertes Saatgut, das keine oder kaum Ambrosia-Samen enthalten soll. Viele Eigentümer und Unterhaltspflichtige von Flächen, wie z.B. Straßenmeistereien, Landwirte und Förster wissen um die Problematik der Ambrosia und versuchen durch eine angepasste Mahd etc. die Ambrosia zurückzudrüngen und zu dezimieren. Es gibt auch Meldeportale, mit denen Bürger und Bürgerinnen Bestände melden können. Die genaue Kenntnis der Vorkommen ist ja Vorausssetzung für alle weiteren Schritte.

3) Wie erkennt man Ambrosiapflanzen?

Merkmale der eher unscheinbaren Pflanzen sind vor allem ihre grünen fiederschnittigen Blätter, die meist abstehende Behaarung der Blätter und des Stängels. Die Blätter haben entfernt eine Ähnlichkeit mit denen unseres heimischen Gewöhnlichen Beifußes (Artemisia vulgaris), weshalb die Pflanze auch nach ihm benannt wurde.

Um ihre Blüten und Früchte zu erkennen, muss man so nahe herangehen, wie es nicht unbedingt empfehlenswert ist.

4)  Was macht man, wenn man eine Pflanze im eigenen Garten entdeckt?

Aus Gründen der Vorsicht sollte die Pflanze(n) mit einem Handschuh (und evtl. auch zusätzlich mit einem Staub-Mundschutz, wenn die Pflanze schon blüht) aus der Erde gezogen werden und im Restmüll (nicht im Biomüll) entsorgt werden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Mazomeit! 

Meldestellen für die Ambrosia-Pflanze f